Kurz beantwortet: Software „als solche“ ist vom Patentschutz ausgeschlossen (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 PatG). Patentierbar ist nur eine computerimplementierte Erfindung, also Software, die ein konkretes technisches Problem mit technischen Mitteln löst (§ 1 Abs. 4 PatG). Ihr Code selbst ist ohnehin automatisch urheberrechtlich geschützt, dafür braucht es kein Patent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Software „als solche“ ist vom Patentschutz ausgeschlossen (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 PatG).
  • Patentierbar ist nur eine computerimplementierte Erfindung, also Software, die ein konkretes technisches Problem mit technischen Mitteln löst (§ 1 Abs. 4 PatG).
  • Der Quellcode ist als Sprachwerk ohnehin automatisch urheberrechtlich geschützt (§ 69a UrhG); dafür braucht es kein Patent.
  • Häufig ist eine Kombination sinnvoll: Urheberrecht für den Code, Geheimnisschutz für die Kernlogik, Patent nur für echte technische Erfindungen.

Ist Software als solche patentierbar?

Das Patentgesetz ist deutlich. Nach § 1 Abs. 1 PatG werden Patente für Erfindungen auf allen Gebieten der Technik erteilt, sofern sie neu sind, auf erfinderischer Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind. § 1 Abs. 3 Nr. 3 PatG nimmt „Programme für Datenverarbeitungsanlagen“ aber ausdrücklich von den Erfindungen aus. Ein Computerprogramm für sich genommen ist also nicht patentfähig.

Wo steckt die Ausnahme für computerimplementierte Erfindungen?

Den Ausweg eröffnet § 1 Abs. 4 PatG: Der Ausschluss greift nur, „soweit für die genannten Gegenstände als solche Schutz begehrt wird“. Dieses „als solche“ öffnet die Tür. Eine sogenannte computerimplementierte Erfindung, also Software, die ein konkretes technisches Problem mit technischen Mitteln löst, kann patentierbar sein. Der Klassiker ist Software, die einen technischen Prozess steuert oder die Ressourcen des Computers selbst in besonderer Weise nutzt. Reine Geschäftsmethoden, Rechenregeln oder eine schlicht in Code gegossene Idee reichen dagegen nicht.

Was schützen Urheberrecht, Patent und Geschäftsgeheimnis jeweils?

Schutzweg Was geschützt ist Merkmal
Urheberrecht Die konkrete Ausdrucksform: der Quellcode als Sprachwerk (§ 69a UrhG). Entsteht automatisch, kostet nichts. Schützt nicht die Idee dahinter; ein Wettbewerber, der dieselbe Funktion neu programmiert, verletzt es nicht. Vertiefend: Was am Programm ist urheberrechtlich geschützt?
Patent Die technische Lehre: die Erfindung dahinter, unabhängig vom konkreten Code. Stärker, aber teuer, langwierig und nur für echte technische Erfindungen zu bekommen.
Geschäftsgeheimnis Die Information, solange sie geheim bleibt und angemessen geschützt wird. Oft der pragmatischste Weg für Algorithmen, die man ohnehin nicht offenlegen will.

Welcher Schutzweg passt zu Ihrer Strategie?

Verlassen Sie sich nicht auf ein Patent, wenn Ihr Vorteil in einer Geschäftsidee oder in reiner Programmierleistung liegt, hier tragen Urheberrecht und Geheimnisschutz. Prüfen Sie den Patentweg, wenn Ihre Software eine echte technische Neuerung enthält, die Sie gegen Nachbau absichern wollen und deren Offenlegung Sie in Kauf nehmen. In vielen Fällen ist die kluge Antwort eine Kombination: Urheberrecht für den Code, Geheimnisschutz für die Kernlogik, Patent nur für die wenigen wirklich technischen Erfindungen. Zum Gesamtbild Ihrer IP-Position: der Leitfaden IP & Code-Eigentum für Softwareunternehmen.

Häufige Fragen

Kann man Software patentieren?

Software „als solche“ ist vom Patentschutz ausgeschlossen (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 PatG). Patentierbar ist nur eine computerimplementierte Erfindung, die ein konkretes technisches Problem mit technischen Mitteln löst (§ 1 Abs. 4 PatG).

Was ist eine computerimplementierte Erfindung?

Software, die ein konkretes technisches Problem mit technischen Mitteln löst, etwa indem sie einen technischen Prozess steuert oder die Ressourcen des Computers in besonderer Weise nutzt. Reine Geschäftsmethoden, Rechenregeln oder eine schlicht in Code gegossene Idee reichen nicht.

Brauche ich ein Patent, um meinen Code zu schützen?

Nein. Der Quellcode ist als Sprachwerk automatisch urheberrechtlich geschützt und kostet nichts (§ 69a UrhG). Das Urheberrecht schützt allerdings die konkrete Ausdrucksform, nicht die Idee dahinter; ein Wettbewerber, der dieselbe Funktion neu programmiert, verletzt es nicht.

Welcher Schutzweg passt zu meiner Strategie?

Liegt Ihr Vorteil in einer Geschäftsidee oder in reiner Programmierleistung, tragen Urheberrecht und Geheimnisschutz. Der Patentweg lohnt bei einer echten technischen Neuerung, deren Offenlegung Sie in Kauf nehmen. In vielen Fällen ist eine Kombination die kluge Antwort.

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