Kurz beantwortet: Das Term Sheet ist im Grundsatz noch keine bindende Investitionszusage, enthält aber typischerweise ausdrücklich bindende Teile, vor allem Vertraulichkeit und oft Exklusivität. Noch wichtiger ist, dass die Klauseln, die hier stehen, nahezu unverändert in den späteren Beteiligungsvertrag wandern. Wer sie erst dort verstehen will, verhandelt zu spät.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Term Sheet ist im Grundsatz noch keine bindende Investitionszusage, enthält aber typischerweise ausdrücklich bindende Teile, vor allem Vertraulichkeit und oft Exklusivität.
  • Bereits die Aufnahme von Vertragsverhandlungen begründet ein Schuldverhältnis mit Rücksichtnahmepflichten (§ 311 Abs. 2 BGB); wer sich unfair verhält, kann haften.
  • Klauseln wie Liquidationspräferenz, Verwässerungsschutz, Vesting sowie Mitsprache- und Vetorechte entscheiden über echtes Geld und wandern nahezu unverändert in den Beteiligungsvertrag.
  • Wer diese Klauseln erst im Beteiligungsvertrag verstehen will, verhandelt zu spät, weil das Zeitfenster zur Gestaltung des Term Sheets kurz ist.

Ist ein Term Sheet rechtlich bindend?

Das Term Sheet ist im Grundsatz noch keine bindende Investitionszusage. Doch das heißt nicht, dass es folgenlos wäre. Zum einen enthält es typischerweise ausdrücklich bindende Teile, vor allem Vertraulichkeit und oft Exklusivität. Zum anderen begründet schon die Aufnahme von Vertragsverhandlungen ein Schuldverhältnis mit Rücksichtnahmepflichten (§ 311 Abs. 2 BGB). Wer sich hier unfair verhält, kann haften. In der Praxis lässt sich das, was einmal im Term Sheet steht, im Beteiligungsvertrag kaum noch aufschnüren.

Welche Klausel im Term Sheet entscheidet über den Exit?

Einige Begriffe klingen technisch, entscheiden aber über echtes Geld:

Klausel Was sie regelt
Liquidationspräferenz Wer im Verkaufsfall zuerst wie viel bekommt. Eine hohe Präferenz kann bedeuten, dass Gründer bei einem mittleren Exit fast leer ausgehen.
Verwässerungsschutz (Anti-Dilution) Schützt den Investor, wenn eine spätere Runde niedriger bewertet ist, auf Kosten der Gründeranteile. Die Ausgestaltung, voll oder gewichtet, macht einen großen Unterschied.
Vesting Auch Gründeranteile werden meist über die Zeit verdient. Wer das Unternehmen früh verlässt, verliert die noch nicht verdienten Anteile.
Mitsprache- und Vetorechte Welche Entscheidungen darf die Geschäftsführung nur mit Zustimmung des Investors treffen? Zu weit gefasst, lähmt das die Führung.
Drag-Along und Tag-Along Regeln, wer wen zu einem Verkauf mitziehen kann und wer mitverkaufen darf.

Diese Klauseln überschneiden sich mit denen der späteren Gesellschaftervereinbarung, dazu der Beitrag zur Gesellschaftervereinbarung (SHA). Wird die Runde über ein Wandeldarlehen vorbereitet, wirken Discount und Cap zusätzlich auf dieselben Anteilsverhältnisse, dazu der Beitrag zum Wandeldarlehen.

Warum zählt die frühe Prüfung des Term Sheets?

Die Klauseln aus dem Term Sheet wandern nahezu unverändert in die Gesellschaftervereinbarung. Wer sie erst dort verstehen will, verhandelt zu spät. Die Zeit, in der ein Term Sheet noch geformt werden kann, ist kurz, und genau dann lohnt der geschulte Blick am meisten. Es geht nicht darum, jede Investorenklausel abzuwehren, sondern zu wissen, welche fair sind und welche teuer zu stehen kommen. Wie sich diese Zusagen später auch im Cap Table niederschlagen, ordnet der Beitrag zum Cap Table ein.

Häufige Fragen

Ist ein Term Sheet rechtlich bindend?

Im Grundsatz ist es noch keine bindende Investitionszusage. Es enthält aber typischerweise ausdrücklich bindende Teile, vor allem Vertraulichkeit und oft Exklusivität. Zudem begründet schon die Aufnahme von Vertragsverhandlungen ein Schuldverhältnis mit Rücksichtnahmepflichten (§ 311 Abs. 2 BGB).

Welche Klauseln im Term Sheet sind wirtschaftlich am wichtigsten?

Vor allem die Liquidationspräferenz, der Verwässerungsschutz (Anti-Dilution), das Vesting, Mitsprache- und Vetorechte sowie Drag-Along und Tag-Along. Sie klingen technisch, entscheiden aber darüber, wer im Verkaufsfall wie viel bekommt und wie handlungsfähig die Führung bleibt.

Warum lohnt die frühe Prüfung des Term Sheets?

Weil die Klauseln nahezu unverändert in die Gesellschaftervereinbarung wandern und sich später kaum noch aufschnüren lassen. Das Zeitfenster, in dem ein Term Sheet noch geformt werden kann, ist kurz, und genau dann lohnt der geschulte Blick am meisten.

Was bedeutet die Liquidationspräferenz für Gründer?

Sie regelt, wer im Verkaufsfall zuerst wie viel bekommt. Eine hohe Präferenz kann bedeuten, dass Gründer bei einem mittleren Exit fast leer ausgehen.

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • § 311 Abs. 2 BGB – Schuldverhältnis aus Vertragsverhandlungen mit Rücksichtnahmepflichten

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